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The Guardian setzt auf Leserreporter

Monday, 30. January 2012 08:45 Uhr Alter: 108 Tage

Die britische Traditionszeitung will künftig Leserreporter in ihre journalistische Arbeit mit einbeziehen.

Das fanden wir bemerkenswert: Die große und traditionsreiche britische Tageszeitung The Guardian mit Sitz in London will in Zukunft nur noch online zur Verfügung stehen und Leserreporter in ihre Berichterstattung mit einbinden. Dies gab Adam Freeman, Geschäftsührer der Guardian News and Media, auf der Oxford Media Convention 2012 am 25. Januar 2012 in Oxford bekannt. Freeman nannte dies eine offene Vision vom Journalismus, in der Laien, auch wenn sie nicht das journalistische Handwerk erlernt hätten, Teil der Zukunft der Mediengruppe werden sollen. Er betonte, dass diese Menschen kein Professorentitel tragen müssten, sondern sich durch ihr Wissen von und ihre Leidenschaft zu einem bestimmten Thema auszeichneten.

Im Juni 2006 stellte die Zeitung bereits unter Chefredakteur Alan Rusbridger auf digital first um, ließ also Artikel zuerst auf der Guardian-Homepage und erst danach in der Printausgabe erscheinen. Mittlerweile zählt der Internetauftritt des Guardian zu den zehn größten Websiten aller Tageszeitungen der Welt.

Freemans Einschätzung über den Wert von Laienreportern entspricht auch unserer Erfahrung aus der mehrjährigen Zusammenarbeit mit professionellen Journalisten und Leserreportern. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt sich vor allem im Lokalen, denn hier gibt es gerade für ortsspezifische Besonderheiten leidenschaftliche Amateure, die ein großes Wissen aufgebaut haben, sei es der Leiter einer örtlichen Theatergruppe oder der Jugendtrainer des lokalen Fußballvereins.


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